Geschichte Friedewald - Überblick




      Namensgebung


    Immer wieder werde ich auf den Namen Friedewald angesprochen. Meistens jedoch ist diese Frage damit verbunden, wie es denn sei in einem "Friedwald" zu wohnen. Das "E" wird oftmals einfach überhört.
    Das die Bedeutung des Namens Friedewald dabei gar nicht so weit von derer des Friedwaldes liegt, wird bei näherer Betrachtung klar.

    Ein Friedwald, so wie er im Friesenhagener Forst eingerichtet wurde, ist ein Ruheforst in dem Angehörige bestattet werden können. Hier finden sie ihre letzte Ruhe.

    Der Name Friedewald hat dagegen nichts mit Wald zu tun.
    In alten Urkunden wird der Ort mal als Fridewalt, Fredewolde, oder Fridwalt aufgeführt. 

    Daraus können wir auch die Bedeutung des Namens ableiten:

    Fride  = Friede                   walt  = walten 

    Dazu muss man bedenken, dass der Ort den Grafen von Sayn zur Sicherung ihres Landes dienen sollte.

    Die Vermutung liegt Nahe, dass der damalige Graf Johann I. bzw. dessen Sohn  Gottfried mit diesem Ort symbolisch einen Ort schaffen wollten, wo der "Friede walten" sollte.
     
    Damit ist nun auch die enge Namensbedeutung klar:

    Friedwald als letzte Ruhestätte, wo der Mensch seinen Frieden findet

    und

    Friedewald als Ort, der dem Land Frieden bringen und walten soll


Wie Friedewald Stadtrechte erhielt


Um zu erklären, warum so ein kleines, sehr ländliches, abseits von den großen Handels-routen gelegenes Dorf wie Friedewald, die gleichen Rechte wie die Reichsstädte Köln und Frankfurt erhielt, müssen wir ein wenig in der Geschichte ausholen.

Wir befinden uns im Spätmittelalter, genauer gesagt im Jahre 1313. Der damalige Kaiser Heinrich VII. war bei seinem Italienfeldzug am 24. August in der Nähe von Siena zu Tode gekommen. Nun waren die Landesherren aufgerufen einen neuen König zu wählen. Neben Ludwig von Bayern nahm auch Friedrich der Schöne den Titel des neuen Königs in Anspruch. So kam es das am 19. Oktober 1314 in Bonn, Friedrich der Schöne ernannt wurde und einen Tag später Ludwig der Bayer sich in Frankfurt zum König ausrufen ließ. Diese Doppelwahl führte zu massiven Streitigkeiten im Land und gipfelte am 28. September 1322 in der Schlacht von Mühldorf. Ludwig gewann die Schlacht und nahm die Königsgewalt im Reich ein.







Die Sayner Grafen Johann der I. und sein Sohn Gottfried II. (Mitregent seit 1314) kämpften auf Ludwigs Seite und erhielten aus Dankbarkeit im Jahre 1314 die Stadtrechte für Hachenburg, Altenkirchen und Weltersburg. Im Jahre 1324 erfolgte die Stadtwerdung Friedewalds.








„Wir Ludwig von Gottes Gnaden Römischer König, allezeit Förderer des Reiches, lassen alle wissen, dass wir für die nützlichen Dienste, die der edle Graf Gottfried von Sayn, unser lieber Getreuer, uns und dem Heiligen Römischen Reiche erwiesen hat und auch künftig erweisen wird, den diesem Grafen gehörenden Ort Friedewald befreien und erlauben, dort eine Stadt zu bauen und sie mit Mauern, Wall und Graben zu befestigen. Wir verleihen ihr alle Rechte und Freiheiten, die unsere Reichsstadt Frankfurt hat und seit Alters besitzt, und bekräftigen diese Urkunde mit unserem Herrschaftssiegel.“



Geschehen zu Hachenburg im Jahre des Herrn 1324, im 10. Jahre unserer Regierung.






Für den Ort Friedewald bedeutete dies, dass sie sich als Stadt bezeichnen und ihr Gebiet durch eine Stadtmauer befestigen durfte. Hinzu kamen das Markt-, Münz-, und Zollrecht. Damit einher ging, dass es dem Sayner Grafen gestattet wurde selber Münzen prägen zu lassen und Zölle für sein Gebiet zu erheben. Das Marktrecht wiederum erlaubte es einen Markt einzurichten, an dem die Bauern der Umgebung und die Handwerker des Ortes ihre Waren anbieten konnten.

Friedewald konnte jedoch nie an großer Überregionaler Bedeutung gewinnen. Wahrscheinlich ist dies auf die schlechte Lage, fernab der damaligen Handelrouten, zurückzuführen.







Quellen:

Karl Borromäus Murr, Schlacht von Mühldorf, 1322, in: Historisches Lexikon Bayerns,


(29.03.2011) Stand 01.11.2012,15:40 Uhr

Langenbach, Wilhelm (1974): Stadt Friedewald 1324-1974. Gemeindeverwaltung Friedewald,1974, S. 6ff..

Wolf, Herbert ((1957): Friedewald. Schloss und Ortschaft, Land und Leute. Verlag Herbert Renner, Berlin, S. 12.




Das Friedewälder Wappen




Oben auf den Zinnen der Burg, später des Schlosses Friedewald, thront der Sayner Löwe. Das Wappentier der Sayner Grafen wird als goldener Löwe (Gelöwter Leopard) auf roten Grund dargestellt. Die Grafen von Sayn übernahmen ca. um 1200 das Land südlich der Sieg als Kölner Lehen.

Nach langen Erbstreitigkeiten wurde das Sayner Erbe 1671 in die Reichsgrafschaften Sayn-Altenkirchen und Sayn-Hachenburg aufgeteilt.

Unter dem Sayner Löwe deutlich hervorgehoben der Kaiserliche Doppelkopfadler. Im Jahre des Herrn 1637 erhielt die Landesmutter Gräfin Louise Juliane zu Sayn von Kaiser Ferdinand III. einen Schutzbrief, welcher ihr erlaubte den Kaiserlichen Doppelkopfadler als Zeugnis seines Schutzes anzuschlagen.



1972  übergibt Graf Johannes Ludwig Hans von Hachenburg feierlich das o.a. Stadtwappen [Quelle: Chronik Friedewald von Wilhelm Langenbach].