Flurbezeichnung / Straßenbezeichnung


Herbert Wolf (1957): Friedewald: Schloss und Ortschaft, Land und Leute

Flurbezeichnung Erklärung 




a. d. Härig ?
a.d. Höhe Höchste Erhebung von Friedewald
a.d. Köppel Köppel= Kopf, Bergkuppe
a.d. Rundenstück ?
a.d. Trieschern unwirtlisches Land, nicht zur Nutzung geeignet
a.d. Winkel winkeliges Flurstück?
Alte Burg Vermutung, dass hier bereits vor dem Schlossbau, eine Befestigungsanlage stand.
Alter Baumgarten hier standen wahrscheinlich mehrere Obstbäume, die dem Flurstück den Namen "alter Baumgarten" gaben. Heute Neubaugebiet an der Str. "Am Alexanderring".
alter Stollen  Eisensteinstollen 
am dicken Dorn wahrscheinlich ein großer Dornstrauch/ Weißdorn
am Landstein Landgrenzstein. Grenze zum nassauischen Gebiet.
am toten Mann Stillgelegter Stollen
Arndtkopf abgel. von Arnold. Arnold bedeutet "herrschen, walten". In Zusammenhang mit dem Kuhstamm zu sehen?
auf d. alten Feld Feld
auf dem Boden  Feld
auf dem Driesch unwirtlisches Land, nicht zur Nutzung geeignet
b.d. Fichten Fichtenbestand
Baumgarten Obstgarten
beim Dörnchen Dornenhecke. Weg entlang der Dornenhecke führte zum Galgenkopf. Metaphorisch: Weg des Verurteilten durch die Dornen zum Galgen.
Bergpädchen Pädchen = Pfad, Weg. Weg führte von Langenbach direkt zum Schloss.
Bitze Bitze= eingefriedeter Ort mit Obstbäumen oder kleines Gartenstück außerhalb des Dorfes
Bornhütter Bornhütter = jemand der den Born (Quelle) hütet
Bremstall Gehölz, dem Vieh zum Schutz gegen Bremsen
Buchenstück Waldung mit Buchen
Derscher Burg Name zurückzuführen auf eine hier vermutete Befestigungsanlage. Hier soll ein Eisensteinstollen gewesen sein.
Deusterwies Dialekt. Für "düster, dunkel"?
Erlengärtchen Flur mit überwigend Erlenbestand
Erzbörnchen kleiner Erzstollen und Brunnenstelle
Fahrenheck Höhenlage, welches den Namen "die Hüll" führt: hier stand das Gemeingut "Fahrenheck", welches 1575 dem Daadener Adligen Johann von der Hoven überlassen wurde. 
Fuchsstein Waldgebiet ?
Galgenkopf Anhöhe auf welcher der Galgen stand
Geschwämm Hochmoor; Geschwämm dial. für feuchten Boden?
Grobenwiese groben = uneben?
Hahnwiese Hahn für Hauberg
Hasenrain Grasstreifen, mit vermutlich mehrere Hasenbauten?
Hasenwieschen Wiese, mit vermutlich mehrere Hasenbauten?
Haufelder in Anlehnung an Hauberg?
Haufengarten ?
Heckelchen kleiner Wald
Helds Hahn Wahrscheinlich ein gehegter Hain [=Hahn] der Familie Held
Heldskamp soll das vielleicht Heldskamp heißen? Kamp = eingehegtes Stück Feld, Wiese, Viehweide
Hermigwiese Wiese der Familie Hermig?
Herren Schafstall hier wurden wahrscheinlich die Schafe der Grafen [Herren] gehütet
Hilgenstück Hilgert = Rodung
hinter dem Kirchlein Flurstück hinter einer kleinen Kapelle
hinter den Zäunen ?
Hohschwanz ?
Holl Flurbezeichnung Holl, da hier Erdreich eingesunken ist. Oder Hohlweg bzw. steiler Weg
Hühnertriesch Brachland auf dem Hühner gehalten wurden.
im Engen Weg topographisch bedingt?
im Flachsbitzchen eingefriedeter Ort, wo Flachs angebaut wurde
im Judenpfuhl Pfuhl = kleiner Tümpel Weiher; hier wurden Fische für die Grafen gezüchtet
im Kaltenborn kalten = altdt. für Kalt; kalter Brunnen?
im kleinen Ahlen Ahlen=  langgestreckte, muldenartige Vertiefung; Hohlweg 
im schönen Garten
in den dicken Steinen Gebiet mit sehr steinigem Untergrund. Aufgrund der gefundenen Steine geht man davon aus, dass dieses Gebiet als Steinbruch genutzt wurde und dort Feldsteine abgelegt wurden.
In den Steinen steiniges Gebiet oberhalb des Schlosses. Hier haben sich wahrscheinlich die ersten Gewerbetreibende angesiedelt. Hier war früher eine eigene Ortschaft
in den Stöcken  vielleicht von Stöcken; Jungen Trieben?
in der Bitz gute Wiese am Haus, meist eingezäunt
in der Hahnwiese Hahn = Hain; eingezäunte Wiese
in der Kalgbitz/ Kalkbitz Kalg= ?  Bitz gute Wiese am Haus, meist eingezäunt
in der Ochsenweide Weide mit/für Ochsen?
in der Reitochsen Wiese ?
Kaltenborn Kalten = altdt. für Kalt; kalter Brunnen?
Kleestück  Kleeacker
Kleestückswiesen s. Kleestück
kleiner Hau vielleicht kleiner Hauberg?
Köppelwiesche Wiese auf dem "Köppel" [Kopf-Bergkuppel]
Krähenbitze Wiese, wo viele Krähen "wohnen"?
Kriegershof Hof eines Kriegers/ Soldaten?
Kuhstamm [am Kühstamm] hier fand bis vor dem 1. Weltkrieg regelmäßig ein Viehhandel statt. Die Marktbücher darüber liegen zur Einsicht vor.
Kunzenbitzen ?
Landstein Landgrenzstein. Grenze zum nassauischen Gebiet.
Langenbacher Erlen Erlenbestand vor Langenbach
lange Bitze warum "lange Bitze" Besonderheit des Flurstücks? 
Lohschlag  Lohe fürs Gerben
Mecklenburg ?
Moderstein dialekt. für Maudener Stein; Basaltstein im Wald oberhalb von Mauden zum Geschwemm liegend
Mühlenhardt bewaldeter Hand in der Nähe der Mühle ; Hardt = bewaldeter Hang, 
Mühlwiesen Wiesen in der Nähe der Mühle oder ihrer zugehörig
Müststruth Müst = ?  Struth = Buschwald, aber auch Sumpf
Neugarten Gartenstück, welches "neu" angelegt wurde
Ober den Kallenborn/ Kaltenborn Kalten = altdt. für Kalt; kalter Brunnen?
Rinkäuer ?
Rolshahnwiese ?
Sandkauden / -kaul Kaule = Loch   Sandgrube
Sauerwiese Magerwiese; nährstoffarmer Boden
Schäfersgarten Garten des gräfl. Schäfers?
Scheuernbitze Scheuern = Scheune? Eingefriedetes Flurstück mit Scheune?
Schimmerich  ?
Schimmerichsweg ?
Schleifweiher Wald
Schleifwiese Acker, der unbesät bleibt und zur Erntezeit zur Abfuhr des Getreides dient?
Schmidts Hähn Hain der Familie Schmidt?
Schönhölzchen ?
Schumannsrain eingezäunter Flur der Familie Schumann?
Seifen Wiese, kleiner Bach
Stellkande ?
Struthwies Struth = Sumpf, Gebüsch    Sumpfige Wiese
Strutzhahn  eingezäunte sumpfige Wiese
tiefer Graben wahrscheinlich aufgrund der topographischen Lage?
u.d. Höhe Feld unterhalb der höchsten Erhebung?
unterm Herrenwald Wald, welcher den Grafen zugeordnet war?
Viehtrift Weg vom Stall bis zur Weide
Vogelsmark Mark = Grenze nach Derschen?
vor dem Bäumchen Bäumchen = Gerichtslinde
vor dem Heldshahn sämtl. Güterstücke benutzt der Viehhirte als Besoldung
Weinswiese ?
Weizenstück Weizenfeld? Wegen sonniger Lage?
Wesgesborn ?  Born = Quelle
Wittenbach  Witter = Holzarbeiter; Witten = sich mit Holz versehen? Worein mündet der Wittenbach?
Wittenbachswiese s. Wittenbach
Wolfhardt Hardt = Bergwald ; lebte hier vielleicht mal ein Wolf?
Ziegenkamm Kamm= oberster Teil eines Berges, wahrscheinliche Ziegenweide
zwischen den Zäunen ?
zwischen den Mauern zwischen den Schlossmauern?
die mit hellblau unterlegten Flurstücke gehörten 1820 zum Gemeindevermögen. Quelle: Langenbach, Willhelm: Stadt Friedewald 1324-1974. S. 71-76. die mit türkis hinterlegten Zeilen wurden aus Herbert Wolf, Friedewald, S. 71-75 zitiert.




Weiher Quelle: Wolf, Herbert: Friedewald, S. 73 ff.
Judenpfuhl dienten dem Schloss zur Fischzucht
Kleestücksweiher dienten dem Schloss zur Fischzucht
Neuenweiher dienten dem Schloss zur Fischzucht
Schleifweiher dienten dem Schloss zur Fischzucht
Waldschleifweiher dienten dem Schloss zur Fischzucht
Weiher auf dem Schlossdach ? sollte bereits von Gräfin Louise Juliane als Fischteich angelegt worden sein; lt. Graf Alexander hat der Teich wohl eher als Löschteich gedient; wurde 1803 entfernt. s.S. 80f.


Mühlteiche
Friedewälder Mühle


Brunnen Quelle: Wolf, Herbert: Friedewald, S. 73 ff.
Gemeindebrunnen Borngasse
Erzborn kleiner Erzstollen und Brunnenstelle
Erlenbörnchen
Kaltenborn
Lumpenborn
Rölsborn
Strichsbörnchen
Wegesborn 
Wittenbachsborn




Bergbau Quelle: Wolf, Herbert: Friedewald, S. 73 ff.
Eisensteinstollen auf der Derscherburg
Eisensteinstollen am Wesgesborn Flurbezeichnung Holl, da hier Erdreich eingesunken ist


Straßenname Bedeutung
Alexanderring Graf Alexander von Hachenburg [1847 – 1940] Wiederaufbauer des Schlosses Friedewald
Am Bergpfad Fußweg zum Schloss/ Hauptzufahrt zum Schloss
Am Heckelchen einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, aber auf forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald
Am Untertor unterer Zugang zum Flecken (alter Ortskern)
Auf dem Driesch Driesch = Brachland ‚erschöpfter Acker, der brach liegen bleibt; unangebautes Land, ungepflügter Acker‘
Graf-Gottfried-Straße Graf Gottfried von Sayn erwirkte 1324 die Stadtrechte für Friedewald
Im Flecken Dorfmittelpunkt, wo Markt betrieben werden durfte
Im Schlossgarten Gartenstücke, parzelliert und an die Häuser im alten Ort Grundbuchmäßig gebunden.
In den Steinen Wahrscheinlich auf „steinige“ Bodenbeschaffenheit zurückzuführen
In der Borngasse Born = Quelle hier stand früher der Gemeindebrunnen
In der Kalkbitze Gute fette Wiese nahe am Dorf gelegen
In der Schloßwiese Ehemaliger Ortszugang, Talauen nach Daaden unterhalb Schlosshof
Kaiser-Ludwig-Straße Kaiser Ludwig IV. der Bayer [Ende 1281/Anfang 1282 - 1347] entstammte dem Haus Wittelsbach. Erteilte 1324 Graf Gottfried von Sayn für seine Treue und Hilfsbereitschaft die Friedewälder Stadtrechte.
Prinz-Otto-Straße  Prinz Otto von Sayn-Wittgenstein-Berleburg kaufte 1912 für 450.00 DM Schloss Friedewald von seinem Onkel Alexander Graf von Hachenburg.
Schloßstraße Straße, die zum Schloss führt
Vor dem Heldshahn Wahrscheinlich ein gehegter Hain [=Hahn] der Familie Held
Vor der Struth Struth = nasser Buschwald