Montag, 1. Februar 2016

Nationales Naturerbe Stegskopf

Bereits seit einigen Wochen darf die "Platzrandstrasse" des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf betreten werden.

Wie unten auf dem Foto zu erkennen ist, wurden zwei Strassen expliziert für Wanderer und Radfahrer ausgewiesen. Die blaue Strecke kann oberhalb der Ortschaft Friedewald bis weit hinter Emmerzhausen in Richtung Lippe gegangen werden. Sie umfasst ca. 7,5 km.
Die rote Strecke verläuft im Süden von Nisterberg bis nach Salzburg (Westerwald) über ca. 9,3 km.


Quelle: Schild Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Januar 2016

Warum ist das Stegskopf Gebiet so bedeutend?

Unter der meist recht naturverträglichen militärischen Nutzung konnte sich eine Natur erhalten, die äußert vielgestaltig ist. Ein Großteil der in Rheinland-Pfalz naturschutzrelevanten Tierarten und Lebensräume sind in diesem Gebiet vorhanden.

Im Rahmen der EU-Vogelschutzrichtlinie und der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) wurden landesweit bedeutsame Gebiete der EU gemeldet. Hierzu zählt auch der Übungsplatz Daaden. Er ist Teil des großflächig ausgewiesenen FFH-Gebietes "Feuchtgebiete und Heiden des Hohen Westerwaldes" und des ebenso großflächigen Vogelschutzgebietes "Westerwald".

19 Vogelarten werden als schutzbedürftig geführt und sind Grund für die Meldung als Vogelschutzgebiet.
Hierzu zählen die  Bekassine mit einem der letzten Brutvorkommen in Rheinland-Pfalz, der Raufußkauz, Braunkehlchen, Neuntöter, Wachtelkönig, Wiesenpieper, und Schwarzkehlchen.
Letztendlich zeigen Vorkommen der Wildkatze, verschiedene Amphibien-, Reptilien- und Fledermausarten, dasss sich die Liste schutzrelevanter Arten noch weiter verlängern lässt.


Quelle: Schild Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Januar 2016
 Geschichte:

Im Jahr 1914 wruden erste militärische Einrichtungen auf dem Stegskopf errichtet. Das Gebiet wurde aufgrund des Klimas insbesondere für extensive Weidewirtschaftgenutzt. in den 1930er Jahren wurden ein Segelflugplatz und das Barackenlager errichtet.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Lager unter französischer Verwaltung zivil genutzt. Der militärische Betrieb durch die französische Armee begann dann wieder im Jahr 1950. Genutzt wurden die Schießbahnen und der zentrale Bereich als Artillerie- und Mörserzielgebiet.
1958 wurde der Truppenübungsplatz an die Bundeswehr übergeben, die diesen hauptsächlich als reinen Schießplatz nutzte.
Seit der Aufgabe der Bundeswehr Ende Juni 2014 befindet sich dieser in der Verwaltung und Betreuung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Durch die 100-jährige militärische Nutzung ist der Platz von Siedlungen, Straßenbau, Flurbereinigung und intensiver landwirtschaftlicher Nutzung weitgehend verschont geblieben.
In Kombination mit der auch während des Militärbetriebes vorhandenen Schafbeweidung hat sich hier auch eine Hute-Weidelandschaft mit alten Solitärbäumen erhalten, wie sich noch im 19. Jahrhundert im Westerwald üblich war. Große Waldflächen haben sich die militärische Nutzung bereits zur Waldwildnis entwickelt.


Quelle:
Schild Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Januar 2016