Sonntag, 23. Juni 2013

Besondere Friedewälder Persönlichkeiten - Ludwig Wilhelm Cramer


 
Ludwig Wilhelm Cramer
(1755-1832)
Mineraloge, Bergfachmann

Kaum ein Friedewälder wird wissen, dass ein für den Bergbau sehr anerkannter und bedeutender Mann hier im Ort das Licht der Welt erblickte.

Ludwig Wilhelm Cramer wurde am 09. Oktober 1755, als Sohn des Amtsactuarius Friedrich Wilhlem Cramer und seiner Frau Ester Sophie, auf Schloss Friedewald geboren.
Er besuchte die Lateinschule in Altenkirchen und durfte später das Gymnasium in Weilburg besuchen.
Mit 17 Jahren schrieb er sich an der Universität Halle für die Fächer Recht, Mathematik und Physik ein.
Wahrscheinlich durch den halleschen Magister Heimann, wurde Cramers Interesse auf die Gebirgsforschung und Bergbaukunde gelenkt. Mit diesen Fächern schien er seine Berufung gefunden zu haben. 1774 begann er mit dem intensiven Studium des sächsischen Berg- und Hüttenwesens an der Bergakademie zu Sachsen.
Mit 20 Jahren zog es ihn zurück in seine Friedewälder Heimat. Sein Wissen erhoffte er sich in einem der vielen Siegerländer Bergbaubetrieben einbringen zu können.
Dies gelang ihm jedoch nicht und er eröffnete in Friedewald eine Advokatur.

Graf Alexander von Brandenburg [1741 kam die Grafschaft Sayn- Altenkirchen an den Markgrafen von Brandenburg- Onolzbach] schätzte jedoch diesen wissbegierigen jungen Mann und gestatte ihm, seine Studien in den heimischen Bergwerken zu vertiefen. Gleichzeitig wurde er zum Bergsekretär und später zum Bergrat und Verwalter des Bergamts Altenkirchen berufen.
Seine Karriere nahm stetig Fahrt auf. Bereits 1781 wurde ihm das Bergamt Kirchen übertragen. Im Jahr darauf heiratete er die Pfarrerstochter Johanette Christine Elisabeth Hilgard.  
1802 fiel die Grafschaft an das Fürstentum Nassau. Ein Glücksfall für den aufstrebenden Mann. 1803 wurde er in die Landeshauptstadt Wiesbaden als Oberbergrat und Kollegienmitglied berufen. Er war weit über die Landesgrenzen für sein Fachwissen anerkennt und geschätzt.
Durch sein hohes Ansehen und profundes Fachwissen im Bereich der Mineralien wurde Johann Wolfgang von Goethe auf ihn aufmerksam. Es kam zu einer gemeinsamen Fahrt von Wiesbaden nach Nassau. Auf dieser Reise brachte Cramer Goethe die heimischen Eisenerze näher.
Die Herren C.H. Achenbach und J.D. Engels aus Siegen überbrachten Goethe auf dieser Reise ein Mineral Namens Pyrosiderit, welches Goethe zu Ehren – nachdem er sein ausdrücklichen Einverständnis erklärt hatte – fortan als “Goethit” bezeichnet werden durfte.
1822 wurde Ludwig Wilhelm Cramer pensioniert.
Fortan lebte er in Wetzlar, wo er am 28. Mai 1832 verstarb.
Besonders seine ausführlichen Beschreibungen über das heimische Berg- und Hüttenwesen finden noch heute in Fachkreisen großes Interesse.




Cramer, Ludwig Wilhelm (1805):
Vollständige Beschreibung des Berg-, Hütten- und Hammerwesens nebst einigen statistischen und geographischen Nachrichten von der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, Frankfurt am Mayn 1805

Katzwinkel, Erwin (1979):
Ludwig Wilhelm Cramer (1755-1832), in: Lebensbilder aus dem Kreis Altenkirchen, Altenkirchen 1979.

Internetrecherche:

http://www.lagis-hessen.de/pnd/116709812. Stand 20.06.2013 16:30 Uhr.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Schimmerich





Der Schimmerich ist eine Gemarkung im Flur Friedewald, welche seit 1980 unter Naturschutz steht.
Er bildet die Grenze zwischen den Gemeinden Derschen und Friedewald.

Zwischen 1960 und 1977 wurde hier Basalt gebrochen. Pro Tag transportierten zwei große Muldenkipper ca. 500 Tonnen Basalt zum Brecherwerk. Dieses Brecherwerk befand sich an der Straße von Friedewald nach Daaden (heute Fa. Mudersbach).


Nach der Einstellung des Bruchs bildete sich in der Mulde ein kleiner See.
Heute wird das Ufer von seltenen Tier- und Pflanzenarten besiedelt.


Der Friedewälder Runderwanderweg führt am Schimmerich vorbei und eine Ruhebank lädt zum verweilen und zum bestaunen des idyllichen Blickes ein.

Foto Arbeiter Schimmerich: Volker Rosenkranz, Derschen

Freitag, 7. Juni 2013

Lazaretttote Friedewald

Wie ich bereits ein paar Mal an dieser Stelle berichtet habe,versuche ich durch 
Zeitzeugen - Interviews die erlebte Geschichte festzuhalten.
Dabei ist mir die Erzählung über einen jungen Soldaten besonders nahe 
gegangen.
Im April diesen Jahres nahm ich mit der Gemeindeverwaltung seines Geburts-
ortes Kontakt auf, erzählte ihnen die mir vermittelte Geschichte und bat diese 
an noch lebende Angehörige weiterzuleiten.
Keine zwei Tage später erhielt ich Nachricht aus dem Burgenland.
Die Gemeinde teilte mir mit, dass im gleichen Zeitraum, Prof. Stacchini aus
Italien, über genau diesen Soldaten Informationen gesucht hätte.
Meine Email wiederum sei bereits nach Italien weitergeleitet worden.
 
Ich recherchierte meinerseits über Prof. Stacchini und fand folgendes heraus: Prof. Stacchini forscht über die Ereignisse der Repressalie in Veruchhio vom 21.09.1944. Dort wurden 9 Zivilisten durch deutsche Truppen getötet. Laut einem englischem Top Secret Bericht, sind höchstwahrscheinlich Funksprüche, welche von San Marino an die Englische Botschaft im Vatikan gesendet wurden, von einer dt. Einheit abgefangen worden. Geleitet wurde diese Einheit von Feldmarschall Albert Kesselring. Vermutlich war Martin H. einer der Funker, der die Funksprüche abgefangen hat und damit einen Angriff auf Kesselring verhindern konnte.
Aus alten Geheimdienstakten fand Prof. Stacchini heraus , dass die Brüder 
Martin H. (und sein Bruder Rudi) vom engl. Geheimdienst seitdem als 
Kriegsverbrecher gesucht wurden. 
Prof. Stacchini bezweifelt deren Schuld, da die Engländer ihnen ein Ver-
brechen zu einer Zeit zur Last legen, an dem ihre Einheit bereits aufgelöst 
und an die Westfront abberufen worden war.
Dies würde auch insofern passen, da mir berichtet wurde, dass im Lazarett 
Friedewald verletzte Soldaten versorgt wurden, die sich auf dem Rückzug von
der Westfront befanden.
Leider wurde meine Anfrage beim Militaerarchiv Freiburg bzgl. der Lazarett-
buecher bis heute nicht beantwortet. Aus diesen erhoffe ich mir weitere Infor-
mationen.
Ich bleibe an der Sache dran und werde neue Erkenntnisse hier einstellen.