Donnerstag, 9. Mai 2013

Kirchengeschichte



Die Geschichte der Kirche war bis zur Weimarer Republik stark mit dem Glauben der jeweiligen Landesherren verbunden. Erst im Jahre 1919 kam es zu einer Trennung von Kirche und Staat. Seitdem steht es jedem Bürger frei, welcher Religion er angehören möchte.

Das Friedewälder Land war daher bis zur Reformation, wie ganz Deutschland, stark durch die römische Kirche geprägt. Im Jahre 1561 folgte Graf Adolf zu Sayn seinem Onkel, Graf Sebastian zu Sayn, und führte im Land das lutherische Bekenntnis ein.

Ein großer Verfechter des lutherischen Glaubens war Graf Heinrich IV. (dessen Statue im Schlosssaal steht). Er selbst überstand einen Ketzerprozess und legte per Testament fest, dass in seiner Grafschaft keine andere Lehre als das Luthertum gestattet werden dürfe.

Nach seinem Tod übernahm Graf Wilhelm III. die Grafschaft. Da dieser wiederum dem calvinistischen Glauben angehörte, versuchte er mit strengen Verordnungen das reformierte Bekenntnis durchzusetzen. 

Während des 30 jährigen Krieges fiel das Kirchspiel Daaden dem Erzbischof von Trier zu und Jesuiten versuchten den Katholizismus zu etablieren. Angeblich sollen während dieser Zeit bis zu 4000 Protestanten konvertiert sein.
Um dem Einhalt zu gebieten, führte Gräfin Louise Juliane zu Sayn einen lutherischen Hofprediger ein und versuchte damit die lutherische Gemeinde zu wahren. Nach langen durch Erbstreitigkeiten geprägten Jahren, musste sie sich im Jahre 1652 verpflichten, Katholiken neben Lutheranern und Reformierten zu dulden.
Während an der Daadener Schule bereits seit 1598 der Katechismus und Latein gelehrt wurde, wurde die Schule in Friedewald  den Reformierten zugesprochen.

Über 200 Jahre dauerte es noch bis die konfessionellen Auseinandersetzungen beigelegt werden konnten. Bis dahin wurde jeden Sonntag abwechselnd Gottesdienst gehalten. 

1860 trug der sächsische Schustergeselle Pietzsch, den Gedanken der Evangelischen Gemeinschaften ins Daadener Land. Diese prägen neben dem lutherischen Glauben noch heute das kirchliche Leben in Friedewald.

In Anlehnung an:
Wolf, Herbert (1957): Friedewald. Schloss und Ortschaft, Land und Leute. Verlag Herbert Renner, Berlin – Grunewald. S. 41-45.