Mittwoch, 2. Oktober 2013

Backes

Ein jeder kennt ihn und fährt bestimmt einmal die Woche an ihm vorbei, der Backes.  
Zentral an der Kreuzung gelegen, wo die Straße nach Nisterberg abzweigt steht er dort schon seit mehreren Jahrzehnten.


„Backes“ ist das dialektische Wort für Backhaus.

Früher gab es in Friedewald gleich mehrere von ihnen. Dieser an der Nisterberger Str. ist der einzig erhalten gebliebene.
Mehrere Familien bauten gemeinsam einen Backes und schlossen sich zu sog.  „Backesgesellschaften“ oder auch zu „Backeserben“ zusammen. Per Los wurde unter ihnen ermittelt, welche Familie zu welchem Zeitpunkt den Backes zum backen von Brot und Kuchen nutzen durfte.
Die „Backeser“ wurden früher fast rund um die Uhr betrieben. Mit dem „Backesschoß“ wurden die Brote in den Ofen „eingeschossen“. Der so genannte „Backeswösch“, ein aus Ginster gebundener Besen, diente zum ausfegen der Holzkohlen – und Aschenreste.[1]



Ende der 1970er Jahre war der Backes in so einem schlechten Zustand, dass Rudolf Gerhard und Günter Mudersbach ihn mit Trapezblech eindeckten und damit den Ofen vor dem Verfall retteten.

Im Rahmen des Dorferneuerungsprogamm wurde der Backes im Frühjahr 1988 restauriert. Er erhielt ein neues Schieferdach und das Gemäuer wurde neu verfugt.
Insbesondere Günter Mudersbach und Joachim Becker setzten sich damals für die Renovierung und den Erhalt des Backes ein.
Renovierung 1988
Fotos Backes Renovierung von Günther Mudersbach



[1][1] Landkreis Altenkirchen (1966): Land an Sieg und Wied. Von den alten Backhäusern. S. 181 f.